DAS PROJEKT

'Egal wie die Gegenwart aussieht, gibt es dennoch Grund genug das Leben zu schätzen.'


Wie unser Gehirn entscheidet

20000 schnelle Entscheidungen treffen wir täglich und das völlig automatisch. Kann man dabei noch von freien, bewussten Entscheidungen sprechen? Und wie läuft das mit den Entscheidungen im Gehirn genau ab?

40 Prozent unseres Gehirns sind dafür da, dass wir Entscheidungen treffen. Dabei wird automatisch alle drei Sekunden die Perspektive gewechselt. Das Gehirn fragt ab, ob es etwas Neues gibt, das unsere Aufmerksamkeit erfordert. Alle paar Sekunden läuft also ein innerer Entscheidungsprozess ab, wobei das Gehirn regelmäßig überprüft, ob es woanders nicht interessantere Informationen gibt. An jedem Entscheidungsprozess sind außerdem viele verschiedene Hirnregionen beteiligt, die sich wechselseitig beeinflussen. Insbesondere der Hirnstamm hat dabei ein wichtiges Wort mitzureden. Er kontrolliert über Neuromodulatoren wie Noradrenalin den Aktivierungszustand der Großhirnrinde. Jener bestimmt den Ausgang einer Entscheidung mindestens genauso stark wie Tatsachen. Die Aktivität im sogenannten ventromedialen präfrontalen Cortex bestimmt, wie selbstbewusst sich Menschen bei Entscheidungen fühlen. Das Zusammenspiel zwischen ventromedialem präfrontalem Cortex und einer angrenzenden Hirnregion spiegele die Fähigkeit wieder, zu reflektieren, wie sicher man bei einer Entscheidung war.

Dadurch, dass wir viele Entscheidungen unbewusst treffen und Neurophysiologen wie Benjamin Libet ein Gehirnsignal, das so genannte "Bereitschaftspotenzial", messen konnten, welches einer bewussten Entscheidung um einige hundert Millisekunden vorausgeht, zweifeln einige Wissenschaftler die Existenz eines freien Willens an. Der freie Wille sei eine Illusion, das Gehirn entscheide, nicht das Bewusstsein, argumentieren einige Neurophysiologen. Dagegen stehen Kritiker, die die Aussagekraft der Daten bezweifeln, vor allem wegen der kurzen Zeitspanne zwischen Bereitschaftspotenzial und bewusster Entscheidung. Einen endgültigen Beweis gegen die Existenz eines freien Willens gibt es bisher jedoch nicht. Laut den wissenschaftlichen Erkenntnissen werden Entscheidungen im Gehirn zwar unbewusst vorbereitet, wir wissen jedoch nicht, wo sie endgültig getroffen werden. Vor allem wissen wir noch nicht, ob wir uns entgegen einer vorgebahnten Entscheidung des Gehirns auch anders entscheiden können.

Quellen:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/neue-erkenntnisse-zur-willensfreiheit-wie-das-gehirn.976.de.html?dram:article_id=391306
https://www.spektrum.de/news/unbewusste-entscheidungen-im-gehirn/949689
https://www.welt.de/welt_print/article2254977/Wie-Ihr-Gehirn-entscheidet.html
https://www.tagesspiegel.de/kultur/das-gehirn-entscheidet-gar-nichts/549768.html
https://www.spektrum.de/magazin/wie-das-gehirn-entscheidungen-faellt/1435069
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/zwei-hirnregionen-steuern-entscheidungsprozess-a-871664.html

DECISIONS

Interaktiver Kurzfilm

Wie der Flügelschlag eines Schmetterlings?

„In Momenten, in denen du Entscheidung triffst, formst du dein Schicksal.“

Tony Robbins

“Bereits sehr kleine Veränderungen der Ausgangsbedingungen können zu großen, nicht vorhersehbare Auswirkungen führen.” So lautet zumindest die Theorie von Edward N. Lorenz 1961. Dieser arbeitete zu dieser Zeit an einem simplen Wettervorhersage-Modell, wobei ihm bei seinen Berechnungen ein kleiner Fehler unterlief, der daraufhin insgesamt zu einem komplett anderen Ergebnis führte. Als er dieses Phänomen anhand weiteren Versuchen testete, stellte er fest, dass die kleinsten Variationen in einem Prozess im weiteren Verlauf später zu großen Unterschieden führen können. Dies wurde in der Chaosforschung später als sogenannter “Schmetterlingseffekt” bekannt. “Flattert ein Schmetterling in Brasilien, beeinflusst er dadurch die Atmosphäre und kann damit zu einem Wirbelsturm in Texas beitragen.”

Das Phänomen ist heute weitläufig bekannt und wird auch auf den menschlichen Alltag übertragen. Selbst kleine Entscheidungen können dabei unerwartete Folgen nach sich ziehen. Dabei ist es jedoch auch nicht gegeben, das eine Entscheidungen die als “gut” wahrgenommen wird, automatisch gute Folgen nach sich zieht. Ebensowenig wie “schlechte” Entscheidungen Schlechtes bewirken müssen. Interaktion mit unserer Umwelt haben Folgen die meist vollkommen unberechenbar sind. Dabei ist auch zu beachten, dass es auch eine Dritte, versteckte Möglichkeit gibt Entscheidungen zu treffen: Wir können uns aktiv dafür entscheiden, nichts zu tun. Wobei wir jedoch ebenso eine Entscheidung treffen.

Quellen:
https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/chaostheorie/2778
https://www.br.de/themen/wissen/edward-lorenz-meteorologe-schmetterlingseffekt-chaostheorie-100.html
https://gedankenwelt.de/wie-weiss-ich-dass-ich-die-richtige-entscheidung-treffe/

Unser Team

Hier wird unser Team aufgelistet mit der zugehörigen Position in diesem Projekt.

Jascha Hommel

Jascha Hommel

Projektleitung

Schnittassistenz

Niklas Link

Niklas Link

Regie

Kamera

Schnitt

Hannes Barginde

Hannes Barginde

Ton

Sounddesign

Janina Thomanek

Janina Thomanek

Produktionsassistenz

Setrunner

Rebecca Kaluza

Rebecca Kaluza

Produktionsassistenz

Setrunner

Anne Swodenk

Anne Swodenk

Produktionsassistenz

Setrunner

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